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Im Licht unterm Dach: Weben in der 10. Klasse

Ein Semester lang stellten die Schüler*innen der 10. Klasse und Handarbeitslehrerin Anna-Katharina Tschudin an den Webstühlen der RSSK eigene Schals, Tischläufer und Handtücher her.

Wir sind ganz oben unter dem Dach der Rudolf Steiner Schule Kreuzlingen. Das Licht fällt schräg durch die Dachfenster auf die acht säuberlich aufgereihten, hölzernen Webstühle, die wie Möbelstücke im Raum stehen. Die Farben der Garne leuchten in der Sonne. In der Mittagspause haben sich noch einmal einige der Zehntklässler*innen versammelt, um ihre Webarbeiten abzuschliessen: Manche verknoten ihre Fäden am Ende eines Tischläufers, andere lassen das sogenannte Schiffchen durch den Webstuhl schiessen – die Arbeit, die ein Laie gemeinhin beim Weben vor dem inneren Auge hat. Doch das ist noch lange nicht alles: In einem Semester, je zwei Stunden in der Woche, haben die Schüler*innen der 10. Klasse gelernt, was Weben wirklich bedeutet.

Was dem eigentlichen Weben vorausgeht

„Ich habe ein halbes Jahr gebraucht, um meine 800 Fäden einzuspannen!“, berichtet eine Schülerin, die nun „endlich“ mit dem eigentlichen Weben begonnen hat. Tatsächlich gehen einige Arbeitsschritte voraus: Zu Beginn bekommen die Schüler*innen theoretisch einen Überblick über verschiedene Bindungen und Ableitungen. Dann wird überlegt, was sie weben wollen. Üblich sind Schals, Tischläufer oder Strandtücher – wobei ein Handtuch schon einen „Wahnsinnsaufwand“ bedeutet und Lehrerin Anna-Katharina Tschudin den Schüler*innen von Beginn an deutlich macht, dass sie hierfür „auch extra, das heisst zusätzlich zur Zeit in den vorgesehenen Schulstunden, daran arbeiten müssen“. Ausschlaggebend für den Aufwand ist u.a. die Anzahl der Fäden, die in den Webstuhl eingespannt werden müssen und die sozusagen das Grundgerüst des Webstücks bilden: bei einem breiteren Handtuch eben mehr als bei einem schmaleren Schal.

Mit Fleiss und Stolz

Ist ein Projekt ausgewählt, wird das Material bestellt. „Für einen Schal kann das je nach Charakter, den er bekommen soll, zum Beispiel ein warmes Wollgarn sein oder dünnere Baumwolle“, sagt Anna-Katherina Tschudin – d.h. weitere Entscheidungen werden gefällt, bevor von den Zehntklässler*innen berechnet werden kann, wieviel Material tatsächlich gebraucht wird.

Und dann geht es an die Webstühle. Der RSSK stehen insgesamt acht unterschiedliche Webstühle zur Verfügung, zum Teil Schenkungen, zum Teil geliehen, die meisten sind sogenannte Kontermarschwebstühle. Gemeinsam mit Anna-Katherina Tschudin wird entschieden, wer an welchem Webstuhl arbeiten wird. Die Webstühle sind schon mit ihren Schäften und Tritten voreingerichtet und eignen sich für die verschiedenen Vorhaben der Jugendlichen unterschiedlich gut.

Ein Zettel, der kein Stück Papier ist

Nun wird die richtige Anzahl Kettfäden abgelängt – der sogenannte Zettel entsteht, das Grundgerüst aus allen Kettfäden, in das später die Querfäden eingeschossen werden. Es beginnt eine richtige Fleissarbeit: „Jeder einzelne Faden muss korrekt eingezogen (eingeknüpft) werden, je nach Arbeit sind das 300 bis 1000 Fäden“, erklärt Anna-Katherina Tschudin — der wohl langwierigste Teil, gefolgt von Aufatmen und Stolz: „Das habe ich geschafft!“.

Korrekt bedeutet, dass die Kettfäden nach einer vorab bestimmten Reihenfolge in die Litzen der Schäfte (senkrechte Leisten) eingefädelt werden. Die Schäfte werden später mit den Tritten gesteuert und heben damit auch die entsprechenden Kettfäden an. So ergibt sich beim Einschiessen der Querfäden das gewünschte Muster der Webarbeit. Das Einziehen der Fäden folgt somit einer Art „Code“ – nicht von ungefähr kommt die Parallele, die Anna-Katharina Tschudin zum Programmieren am Computer zieht.

Gegessen ist schnell

„Es ist wie bei einem Mehrgangmenü, bei dem man für die Vorbereitung lange in der Küche steht, gegessen ist schnell!“, sagt Anna-Katherina Tschudin. Und relativ schnell im Vergleich geht dann auch das Weben selbst. „Beim Weben kann ich die Schülerinnen und Schüler selbständig arbeiten lassen. Davor ist man als Lehrerin ständig gefordert und muss auch mal von einer Stunde zur nächsten etwas nachbessern. Umso schöner ist es, den Jugendlichen zuzuschauen, wie sie Muster testen, wie sie merken: „Hier kann ich was richtig Schönes machen!“ oder sich beim Ausprobieren gegenseitig Komplimente machen“.

 

Warum Weben?

An den vorbereitenden Aufgaben zeigt sich schon, dass die Oberstufe auch in der Handarbeit vermehrt die kognitiven Fähigkeiten der Schüler*innen fordert und fördert. „Das Einstellen des Webstuhls ist selbst für die Zehntklässler*innen noch ganz schön kompliziert“, erklärt Anna-Katharina Tschudin. Gleichzeitig geht es in der Handarbeit viel „um das eigenen Erleben und Spüren, was passiert. Gerade beim Weben wird das ganz deutlich: Die Jugendlichen erkennen unmittelbar, was es bedeutet, etwas richtig und genau vorzubereiten. Jeden Fehler in der Vorbereitung sieht man nachher beim Weben im Muster.“

Eine neue Herausforderung

Weben gibt es in der Rudolf Steiner Schule bereits von Beginn an, wobei die Umsetzung heute stark von den Möglichkeiten vor Ort und dem Lehrpersonal abhängig ist. Die aktuelle 10. Klasse ist Anna-Katharina Tschudins vierte Klasse in Folge, in der sie Weben gibt. Obwohl sie bereits seit 2008 an der RSSK unterrichtet, hatten zuvor andere Kolleg*innen diese Epoche übernommen. „Mit dem Weben habe ich für mich nochmal etwas Neues entdeckt, in das ich mich reinfuchsen konnte!“, sagt die Handarbeitslehrerin mit einem Lächeln im Gesicht – man merkt ihr die Freude an der besonderen Arbeit im schrägen Licht unter dem Dach der Rudolf Steiner Schule richtig an.

Anika Mahler (Gruppe für Öffentlichkeitsarbeit)
Fotos: Anika Mahler

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