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Ein neues Zuhause für Bibi und Flöckli

Nach den Sommerferien trafen sich die Dritt- und Viertklässler jeden Mittwoch auf ihrer „Baustelle“ in Dingenhart bei Frauenfeld. Es wurde gesägt, gehämmert, gebohrt und gelehmt: Hausbau war das Thema der Schüler und Schülerinnen, das sie zwei Monate lang begleitete. Wir stellen das diesjährige Projekt vor und gehen der Frage nach, was es eigentlich mit dem im Lehrplan der Rudolf Steiner Schulen für diese Alterstufe fest verankerten „Hausbau“ auf sich hat.


In Dingenhart bei Frauenfeld wohnt Jasmine, die bei uns die dritte Klasse besucht, zusammen mit ihrer Familie. Neben Hasen, Hühnern, Hund und Katze leben dort auch die beiden Schafe „Bibi“ und „Flöckli“. Die beiden brauchten eine neues Zuhause – genau das Richtige für das Hausbauprojekt der 3. und 4. Klasse.

 

Eine Baustelle im Garten

Immer mittwochs ging es für 22 Schüler und Schülerinnen nach Dingenhart. In Gruppen von 4-5 Kindern wurden sie in den vielen Aufgaben auf dem Weg zum „eigenen Haus“ jeweils von einem Erwachsenen angeleitet. Das Holz aus der nahegelegenen Sägerei wurde abgelängt und zusammen mit Ästen des eigenen Haselnussbaumes zu einem Gerüst verbunden. Die Dritt- und Viertklässler schnitten Weiden und flochten mit Hingabe daraus die Wände des Stalls. Eine Lehmmasse aus zerkleinertem Stroh, Sägemehl und einer Lehmmischung aus der Ziegelei wurde zunächst gründlich gestampft und danach auf die Wände aufgetragen. Nach und nach nahm das neue Zuhause für Bibi und Flöckli Form an und der Stolz der Kinder auf ihr Werk wuchs.

 
Zeit zu feiern und ein Dach über dem Kopf

Es war an der Zeit zu feiern: Mit bunt geschmücktem Richtfestbaum und einem gemeinsam gesprochenen Spruch wurde das Richtfest abgehalten. Nun war das Dach aufgerichtet und konnte in den nächsten beiden Wochen mit selbst gesammeltem Schilf und anderen Naturmaterialien aus dem Wald gedeckt werden. Auch bei Bibi und Flöckli wuchs langsam die Vorfreude, bald in ihr neues Zuhause einzuziehen. Das Hausbauprojekt neigte sich dem Ende zu. Zeit, einmal einen Blick darauf zu werfen, warum der „Hausbau“ fester Bestandteil des Lehrplans gerade für diese Altersstufe an allen Rudolf Steiner Schulen ist.

 
Lernen durch Nachahmung – von der Geburt bis ins neunte Lebensjahr

Im Laufe des neunten Lebensjahrs vollzieht sich bei den Kindern ein wichtiger Entwicklungsschritt. Dieser steht zeitlich zwischen der Schulreife und der Pubertät. Um diesen Schritt besser verstehen zu können, ist es hilfreich sich zu vergegenwärtigen, wie bereits Kleinkinder und sogar Säuglinge zunächst „lernen“. Sie vollziehen alle massgeblichen Entwicklungen, indem sie die Menschen in ihrer nächsten Umgebung nachahmen. Diese Nachahmungskräfte sind es zunächst, mit deren Hilfe das Kind sich aufrichtet, das Gehen und später das Sprechen lernt. Voraussetzung für jede Art der Nachahmung ist es, mit seinem eigenen Innern stark bei demjenigen zu sein, den man nachahmt und somit mit dessen Tun vorerst ganz zu verschmelzen. Die Kinder sind somit mit ihrem eigenen Innenleben stark mit der Außenwelt verbunden.

 
Einzug ins „eigene Haus“ – um das neunte Lebensjahr

Wenn man hingegen die Möglichkeit hat, Kinder zu beobachten, die sich ungefähr im neunten Lebensjahr befinden, kann man feststellen, dass sich in ihrer Nachahmung etwas verändert. Diese ist nicht mehr so ausgeprägt und spontan wie noch bei der Einschulung in die erste Klasse. Das hängt damit zusammen, dass die Kinder sich innerlich nicht mehr so stark nach außen hin bewegen, nicht mehr ganz beim andern sind, wenn sie nachahmend tätig werden. Sie ziehen vielmehr ein Stück mehr in ihr eigenes „Haus“ ein. Dieser Schritt ist eine wichtige Voraussetzung dafür im eigenen Tun später einmal nicht mehr nur Nachahmer zu sein, sondern aus sich selbst frei schöpfend tätig zu werden. Genau zu dem Zeitpunkt, wo die Kinder nun ihr eigenes Haus etwas mehr von innen kennenlernen und zu beziehen beginnen, unterstützt der Waldorflehrplan diesen Schritt durch das äußere Errichten eines Hauses.

 
Was macht ein Haus aus?

Auch wenn die Schüler*innen der 3./4. Klasse „nur“ einen Schafstall als Projekt verwirklichten – so können auch hier die folgenden unausgesprochenen Andeutungen im besten Fall auf manche Frage eine Antwort geben, die die Kinder in ihrem Innern bewegt.

  • Ein Haus steht auf einem festen Fundament, das Halt und Sicherheit gibt.
  • Ein Haus schafft einen geschützten Innenraum, in den man sich zurückziehen kann.
  • Ein Haus hat Türen und Fenster. Licht und Luft strömen herein. Wenn ich es möchte, kann ich Gäste einladen.
  • Oben ist das Haus bedacht. Ich bleibe trocken, auch wenn die Herbststürme einmal toben sollten.


Janine Trick (Klassenlehrerin 3. und 4. Klasse)
Fotos: Alissia Straussner, Janine Trick, Andrea Witzig

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